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AudioBook: Sämtliche Werke 9-10 - Die Brüder Karamasoff by Fyodor Dostoyevsky
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F. M. Dostojewski: Sämtliche Werke
Unter Mitarbeiterschaft von Dmitri Mereschkowski herausgegeben von Moeller van den Bruck Übertragen von E. K. Rahsin
Erste Abteilung: Neunter und zehnter Band
F. M. Dostojewski
Die Brüder Karamasoff
Roman
R. Piper & Co. Verlag, München
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und nicht stirbt, so bleibt es allein; stirbt es aber, so bringt es viele Früchte.
Ev. Johannis, Kap. XII, 24.
Erstes Buch: Die Geschichte einer Familie
I. Kap. Fedor Pawlowitsch Karamasoff
Es ist mir nicht unbekannt, daß ich mit der Erzählung meiner Geschichte etwas aus der Reihe tanze. Das Wichtigste, die Ursache aller späteren Ereignisse, geschah in unserer Stadt, dem Bezirksstädtchen Skotoprigonjewsk, und zwar schon vor langer Zeit, zu meiner Jugendzeit. Nun aber scheint es mir nötig, diese Ereignisse in Erinnerung zu rufen, obwohl sie schon so lange her sind. Und das aus einem Grunde: Die Geschichte, die ich zu erzählen habe, ist die Geschichte des Überganges von der Verzweiflung zur Hoffnung, und deswegen erzähle ich sie lieber von jenem dunklen Anfang an.
Fedor Pawlowitsch Karamasoff, mein „Held“, wie man es nennen würde, war ein notorischer Witzbold, ein Narr der Gesellschaft. Man wußte ihn nicht nur, man verachtete ihn, man lachte über ihn, und doch war er in der Stadt bekannt. Der Grund dafür war seine unbegreifliche Unmoralität. Er war ein Mann von vierundzwanzig Jahren, als er das erste Mal öffentlich durch seine Ausschweifungen auffiel, und zwar in einem fürstlichen Hause, bei einer Dame von hohem Rang. Er war damals noch in sehr jungen Jahren und hatte gerade erst sein Studium beendet, aber schon damals zeigte er seinen Charakter: Er war ein Schürzenjäger und ein Geizhals, und das mit einer gewissen Originelleit.
Er war nicht von großem Wuchs, eher klein, mit einem runden, etwas dicken Gesicht, das aber klug und schlau aussah, fast wie ein Narr. Seine Augen waren klein und lebhaft, er hatte eine breite Stirn, und sein Haar, dunkel und lockig, war ihm ständig in die Stirn gefallen. Er hatte eine angeborene Redseligkeit und eine außerordentliche Begabung für das Spiel. Er verstand es, sich in jeder Gesellschaft einzuschmeicheln, jeder Frau ein Kompliment zu machen, und er tat dies mit einer solchen Natürlichkeit, daß man ihm nichts nachtrug. Sein Gesicht war meistens von einem ewigen Grinsen umgeben, das seine Umgebung nicht immer erfreute.
Fedor Pawlowitschs Vater, ein reicher Gutsbesitzer, hatte ihn früh verwaisen lassen. Die Mutter war eine vornehme Dame aus einer guten Familie, die sich mit dem Vater, einem Mann ohne Bildung, aber mit viel Geld, verbunden hatte, weil sie in ihrer Jugend einen unglücklichen Skandal erlebt hatte und einen Zufluchtsort suchte. Sie starb früh, und der Junge Fedor blieb bei seinem Vater zurück. Dieser behandelte ihn schlecht, sah ihn kaum an, und der Junge wuchs bei seinen Hauslehrern auf, die er bald durch seinen Witz und seine Spottlust übertraf.
Als er volljährig wurde, erhielt er sein Erbe und zog nach Moskau, wo er sich als wohlhabender Junggeselle einrichtete. Hier erregte er zuerst Aufsehen durch seine Lasterhaftigkeit und seinen verschwenderischen Lebensstil. Bald aber ging ihm das Geld aus, und er sah sich gezwungen, eine Frau zu suchen, die ihm eine neue Existenz verschaffte.
II. Kap. Der erste Sohn
Fedor Pawlowitschs erste Frau, Awdotja Fjodorowna, war eine junge Dame aus einer angesehenen, aber verarmten Adelsfamilie. Sie war von außergewöhnlicher Schönheit, sehr klug und von stolzem Charakter. Sie war die Mündel einer gewissen Frau Were-Kargin, einer reichen und einflussreichen Dame, die sie in ihrem Hause erzogen hatte. Awdotja Fjodorowna war eine Schönheit, die ihre Umgebung in Erstaunen versetzte. Sie war im Stil einer alten russischen Adelsdame gekleidet, mit einer gewissen Strenge in ihrer Erscheinung. Sie wurde von vielen umworben, aber sie wählte Fedor Pawlowitsch, was alle Leute für eine große Dummheit hielten. Es war ein ungleiches Paar, und niemand verstand, warum sie ihn heiratete.
Man erzählte sich, daß Fedor Pawlowitsch sie durch eine extravagante Liebeserklärung, die er während eines Balls vor allen Gästen machte, verführt hatte. Er fiel auf die Knie und begann laut zu flehen, sie zu heiraten, wobei er sich selbst nicht schonte und sich als einen lasterhaften, aber liebenden Mann darstellte. Awdotja Fjodorowna, die sich von seiner Kühnheit und seiner obszönen Ehrlichkeit überrascht fühlte, stimmte zu, obwohl ihre Erzieherin und alle anderen sie davon abrieten. Die Hochzeit war schlicht und unfeierlich.
Die Ehe dauerte nur sieben Jahre. Awdotja Fjodorowna gebar ihm zwei Söhne: Dmitri und Iwan. Dmitri war der ältere, ein sehr lebhafter und temperamentvoller Junge, der seinem Vater in seinen Ausschweifungen ähnelte, aber mit einer gewissen Ehrenhaftigkeit ausgestattet war. Iwan, der zweite Sohn, war ganz anders. Er war ernst, ruhig und zeigte schon früh eine außergewöhnliche Begabung für das Denken. Er wurde fast ausschließlich von seiner Mutter erzogen, die ihm eine strenge moralische Grundlage mitgab.
Nach dem Tod seiner Frau verfiel Fedor Pawlowitsch wieder ganz seinen alten Lastern. Er vernachlässigte seine Kinder, überließ die Erziehung dem Personal und verbrachte seine Zeit mit Wirtshäusern und Gesellschaftsspielen. Als die Kinder älter wurden, schickte er Dmitri zu militärischen Schulen und Iwan an die Universität, ohne sich weiter um ihre Ausbildung oder ihr Wohlergehen zu kümmern. Dmitri erbte von seiner Mutter einen gewissen Stolz, während Iwan die intellektuelle Strenge seiner Mutter erbte.
III. Kap. Die zweite Frau und deren Kinder
Nach dem Tod von Awdotja Fjodorowna verbrachte Fedor Pawlowitsch einige Jahre im Ausland, wo er sein Vermögen weiter verprasste. Bei seiner Rückkehr lebte er einige Zeit als verschwenderischer Junggeselle in der Stadt, bevor er sich wieder verheiratete. Seine zweite Frau war Sofia Iwanowna Chochlakow, eine junge Frau von großer Güte und Frömmigkeit, aber von schwacher Gesundheit. Sie war die Tochter eines reichen, aber nicht sehr intelligenten Gutsbesitzers.
Sofia Iwanowna liebte ihren Mann nicht, aber sie war religiös und glaubte, ihre Pflicht sei es, ihn zu pflegen und für ihn zu beten. Sie brachte ein nicht geringes Vermögen mit in die Ehe, das Fedor Pawlowitsch sofort in seine Spielschulden steckte. Sie gebar ihm einen Sohn, Alexej, der später Aljoscha genannt wurde.
Die Ehe war noch unglücklicher als die erste. Sofia Iwanowna starb nach wenigen Jahren an Schwindsucht. Sie starb in großer Armut, da ihr Mann ihr gesamtes Vermögen verspielt hatte. Vor ihrem Tod empfahl sie ihren kleinen Sohn Alexej dem Schutz eines alten Mönchs im nahegelegenen Kloster.
Fedor Pawlowitschs Verhalten nach dem Tod der zweiten Frau war noch schlimmer. Er war jetzt ein Mann mittleren Alters, wohlhabend durch einen zweiten Teil des Erbes seiner Frau, aber verachtet von allen. Er lebte nun in seinem alten Landhaus in der Nähe von Skotoprijewsk, ein grotesker Patriarch, umgeben von Bediensteten, die ihn heimlich verachteten.
Seine Söhne wuchsen auf: Dmitri, der nun ein junger Offizier war, lebte ein ausschweifendes Leben und verbrachte das meiste seiner Zeit damit, sein Erbe zu verprassen, das er von seiner Mutter erhalten hatte. Iwan, der hochbegabte Student, lebte meistens in Moskau, wo er als aufstrebender Denker galt. Aljoscha, der jüngste, der Sohn von Sofia Iwanowna, war im Kloster bei dem alten Mönch, seinem spirituellen Führer, aufgewachsen.
Die Stadt Skotoprijewsk war ein Ort, in dem Gerüchte und Skandale schnell die Runde machten. Und die Gerüchte über Fedor Pawlowitsch und seine Söhne waren reichlich. Die zentrale Figur in diesem Drama sollte bald der Streit um das Erbe und um eine bestimmte Dame sein.
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