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KI-Stimme Hörbuch: Die menschliche Familie nach ihrer Entstehung und natürlichen Entwickelung von Friedrich von Hellwald

Hörbuch: Die menschliche Familie nach ihrer Entstehung und natürlichen Entwickelung von Friedrich von Hellwald

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Die menschliche Familie

nach ihrer Entstehung und natürlichen Entwickelung

von

Friedrich von Hellwald.

Leipzig Ernst Günthers Verlag. 1888.

Leipzig Ernst Günthers Verlag. 1889.

Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort.

Dem Buche, welches ich hiermit der Öffentlichkeit übergebe, habe ich nur wenige Worte voranzusenden. Die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der menschlichen Familie ist in den jüngsten Jahren mehrfach erörtert und selbst in populärer Weise dargestellt worden. Ernste Forscher haben sich damit beschäftigt. Mein Buch, die Frucht langjähriger und eingehender Studien, wendet sich nun vornehmlich an die wissenschaftlichen Kreise und versucht mit Heranziehung besonders der vergleichenden Völkerkunde die bisher vorgebrachten Meinungen zu sichten, auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen und auf diesem Wege ein Gebäude aufzurichten, welches dem dermaligen Stande unserer Kenntnisse sowohl von der Urzeit, als von der Gegenwart unseres Geschlechtes entspricht. Wenn in den verwickelten und in die mannigfachsten Gebiete einschlägigen Fragen, aus welchen die Geschichte der Familie sich zusammensetzt, der Ethnograph hauptsächlich zum Worte kommt, so möge dies in der Studienrichtung des Verfassers einige Entschuldigung finden. Ich glaube dies um so sicherer erhoffen zu dürfen, als eben die Völkerkunde, deren wachsende Bedeutung deswegen immer allgemeiner anerkannt wird, den erklärenden Schlüssel zu den meisten kulturgeschichtlichen Phänomenen und gesellschaftlichen Problemen verwahrt.

Tölz, im September 1888.

Der Verfasser.

Inhaltsverzeichnis.

I. Einleitung 1

II. Die Geschlechter und der Paarungstrieb 4

III. Werbesitten und Geschlechtsverkehr im Tierreiche 17

IV. Das Familienleben der Tiere 33

V. Naturmensch und Urmensch 43

VI. Das Schamgefühl und dessen Äußerungen 60

VII. Kuss und Liebe 97

VIII. Der Geschlechtsverkehr in der Urzeit 121

IX. Geschlechtsgenossenschaft und Muttergruppe 145

X. Exogamie und Clanbildung 176

XI. Entwicklungsbedingungen und Wesen des Matriarchats 197

XII. Einrichtungen und Sitten im Matriarchat 208

XIII. Die Bündnisformen im Matriarchat 227

XIV. Die Polyandrie 241

XV. Das Levirat 262

XVI. Der Frauenraub und seine Folgen 275

XVII. Die Phasen des Scheinraubs 287

XVIII. Der Frauenkauf 306

XIX. Kulturwirkungen des Frauenkaufs 323

XX. Ausbildung des Patriarchats 347

XXI. Die patriarchalische Vielweiberei 366

XXII. Die Familie im Islâm 391

XXIII. Der Harem 417

XXIV. Zeitehen und wilde Ehen 438

XXV. Entwicklung des Patriarchats in Indien 453

XXVI. Clan- und Dorfverfassung 481

XXVII. Der Geschlechter- oder Sippenverband 497

XXVIII. Die Altfamilie 529

XXIX. Entwicklung der modernen Ehe und Familie 554

XXX. Rückblick und Ausblick 567

Sach-Register 582

I.

Einleitung.

„Durch die leibliche und sittliche Verbindung von Persönlichkeiten der beiden Geschlechter zur Wiederherstellung des ganzen Menschen – die Ehe – entsteht die Familie. Denn mit jener Wiederherstellung des ganzen Menschen ist zugleich die Fortpflanzung des Menschengeschlechtes gegeben und die drei Elemente der Familie: Vater, Mutter und Kinder sind in ihr bereits vollständig vorausgesetzt. Die Familie ist darum der erste und engste Kreis, in welchem wir unser ganzes menschliches Wesen wiederfinden, uns in uns befriedigt und bei uns selbst daheim fühlen.“ Also spricht einer der bedeutendsten deutschen Kulturhistoriker, W. H. Riehl, in seinem Buche über die Familie, und da er fast ausschließlich den Kulturmenschen und insbesondere den deutschen Kulturmenschen im Auge hat, so ist seine Definition ziemlich unantastbar. Er fährt indes fort: „Sie ist die ursprünglichste, urälteste menschlich-sittliche Genossenschaft, zugleich eine allgemein menschliche; denn mit der Sprache und dem religiösen Glauben finden wir die Familie bei allen Völkern der Erde wieder.“ Dem ist nun nicht so; nicht nur kennt die Völkerkunde familienlose Menschenstämme, sondern bei vielen, welche wir nicht als familienlos bezeichnen möchten, tritt das, was man etwa mi

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