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Hörbuch: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) von Various
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ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.
Neue Folge.
ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.
Sechsundzwanzigster Band.
Jahrgang 1879.
/Nürnberg/, im Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums.
Redaction des Anzeigers.
/August Essenwein/, Dr. phil., I. Direktor des germanischen Museums.
/Georg Karl Frommann/, Dr. phil., II. Direktor und Vorstand der Bibliothek.
Beiträge zu vorliegendem Bande haben geliefert:
Anemüller, B., Dr., geh. Archivar und Professor, in Rudolstadt. Arnold, Georg, Privatier, in Nürnberg. Baist, G., Dr., in Döckingen. Bartsch, K., Dr., geh. Hofrath u. Prof. an der Univers. zu Heidelberg. Beck, Justizassessor bei dem k. Gerichtshofe zu Ulm. Bergau, R., Schriftsteller, in Nürnberg. Bischoff,
I. Mittheilungen über Kunst und Alterthum.
1. Zwei Goldbrakteaten aus der Vorzeit des deutschen Volksstammes.
(Mit 2 Tafeln Abbildungen.)
Es ist vielleicht nicht ohne Interesse, von zwei neuen, erst kürzlich zu Tage geförderten Goldbrakteaten der Vorzeit mitzutheilen. Der erste, ein so genannter Darrenberg-Brakteat, gelangte im Herbste des Jahres 1878 durch den Antiquitätenhändler Herrn Max Müller in Berlin in den Besitz des Germanischen Museums. Er ist ein Originalfund aus der Gegend von Hohenzierz bei Bautzen in der Oberlausitz, wo er in einem Feld beim Pflügen aufgefunden wurde. Der Durchmesser beträgt 4,6 cm, das Gewicht 12,6 g. Die Form ist die einer flachen, runden Scheibe, nach beiden Seiten getrieben, ohne Rand; sie ist aus reinem Gold und zeigt auf der Vorderseite ein auf einem Sockel stehendes, von einem Lorbeerkranze umgebenes männliches Brustbild, ähnlich dem des Kaisers Hadrians, mit dem charakteristischen Kinnbart und der Locke über der Stirn. Auf der Kehrseite ist ein gewundenes, den Körper umwindendes Band mit den darauf befindlichen Buchstaben, welche das lateinische Wort „ANNO“ enthalten, in einer sehr unleserlichen, alterthümlichen Schrift dargestellt.
Über die Zeitstellung dieser sogenannten Darrengeräte herrscht in der Wissenschaft noch keine einheitliche Meinung. Während die Mehrzahl der Gelehrten sie für eine Darstellung des Kaisers Hadrian halten und sie daher in das 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung setzen, neigen andere der Ansicht zu, daß diese Münzen erst in späteren Jahrhunderten, vielleicht unter den letzten Adoptivkaiser, zu der Zeit der sogenannten Barbareneinfälle angefertigt worden seien. Die vortrefflichen Abbildungen dieses Brakteaten, welche wir mit Erlaubnis des Germanischen Museums hier wiedergeben, werden hoffentlich der wissenschaftlichen Erörterung neue Nahrung geben.
Der zweite Brakteat ist ein kleineres, aber nicht weniger interessantes Stück, das im Frühjahr 1879 in der Gegend von Hof im bayerischen Frankenlande aufgefunden wurde. Er hat einen Durchmesser von 3,3 cm und ein Gewicht von 8,2 g. Er ist auf der Vorderseite mit der Abbildung eines auf einem Pferd sitzenden Kriegers geschmückt, der in der rechten Hand eine Lanze, in der linken einen Schild hält. Die Rückseite zeigt ein einfaches Band, dessen Windungen kaum zu entziffern sind. Die bisher bekannt gewordenen Stücke dieser Art wurden meistens im Herzogthum Braunschweig, in der Altmark und in Westfalen gefunden, weshalb sie auch als „Braunschweiger Brakteaten“ bekannt sind. Die Angabe, daß der jetzige Fundort im bayerischen Frankenlande liege, ist demnach nicht ohne Belang für die nähere Bestimmung des Ursprunges dieser merkwürdigen Antiquitäten. Die Veröffentlichung einer Abbildung dieses Stückes wird im nächsten Hefte nachgeliefert werden.
2. Zur römischen Villa bei Plettenberg.
In der letzten Sitzung des Vereins für Alterthumskunde in Plettenberg hielt Herr Regierungsrath Dr. E. H. von Lassaulx, Mitglied des Vereines, einen Vortrag über die römischen Funde in der Umgebung von Plettenberg, insbesondere die sogen. „Römerstraße“ und die damit in Verbindung stehenden Reste einer römischen Villa. Der Vortragende bemerkte zunächst, daß die Entdeckung der römischen Ansiedelung in der Nähe von Plettenberg nicht neu sei, da schon vor Jahren ein bemerkenswerther Fund einer römischen Münze, nebst einigen anderen Gegenständen, in dieser Gegend gemacht wurde. Der nunmehrige Fund jedoch, welcher durch die Aufgrabungen des Vereines in den letzten zwei Jahren gemacht wurde, sei von viel größerem Umfange und von größerer Wichtigkeit.
Die Aufgrabungen haben nämlich zur Entdeckung der Reste einer größeren römischen Villa geführt. Die Villa scheint nach den bisherigen Untersuchungen aus mehreren Wohngebäuden, Nebengebäuden, Bädern und einer eigenartigen, zum Theil noch mit Mosaikboden versehenen Anlage zu bestehen. Von den gefundenen Gegenständen seien hier nur die wichtigsten erwähnt: mehrere römische Münzen aus verschiedenen Zeiten, Werkzeuge aus Eisen, Scherben von römischen Gefäßen, darunter sehr gut erhaltene Exemplare von Terra Sigillata, Glasscherben, ein Teil eines steinernen Mühlsteines, und, was vielleicht das Interessanteste ist, mehrere kleine, aus Bronze gefertigte Statuetten, welche vermutlich Götter oder Gottheiten darstellen. Besonders auffallend ist das Vorhandensein von Mosaikböden, da bisher angenommen wurde, daß solche nur in sehr bedeutenden römischen Städten oder Villen des südlichen Deutschlands zu finden seien. Der Vortrag des Herrn von Lassaulx, der mit großem Interesse aufgenommen wurde, endete mit dem Wunsche, daß die Aufgrabungen auch im nächsten Jahre fortgesetzt werden möchten, um möglichst bald ein vollständiges Bild der römischen Ansiedelung bei Plettenberg zu erhalten.
3. Neue Funde zu Alt-Otting.
Aus Alt-Otting, dem Stammsitze der Herzöge von Bayern, meldet der Pfarrer P. Gallus, O.S.B., folgende neue Funde: Bei der Aushebung eines alten Brunnens im Klosterhof wurden einige sehr gut erhaltene Keramikscherben gefunden, deren Muster und Form auf das Mittelalter, vielleicht das 12. oder 13. Jahrhundert, hindeuten. Unter diesen Scherben befand sich auch ein Stück einer bemalten Schale, welche in ihrer Art einzigartig scheint. Die Bemalung stellt eine Szene aus der christlichen Sage dar, und die Farben sind auch nach Jahrhunderten noch lebhaft. Ferner wurden bei den Renovierungsarbeiten am alten Klostergebäude einige Fresken entdeckt, welche zum Theil noch sehr gut erhalten sind. Eines der Fresken scheint eine Darstellung des heiligen Michael im Kampf mit dem Drachen zu sein.
P. Gallus äußert die Hoffnung, daß diese Funde zur Aufklärung der Geschichte des alten Klosters beitragen werden.
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