Free eBook, AI Voice, AudioBook: Macchiavellis Buch vom Fürsten by Niccolò Machiavelli

AudioBook: Macchiavellis Buch vom Fürsten by Niccolò Machiavelli
0:00 / Unknown
Loading QR code...
You can listen full content of Macchiavellis Buch vom Fürsten by Niccolò Machiavelli in our app AI Voice AudioBook on iOS and Android. You can clone any voice, and make your own AudioBooks from eBooks or Websites. Download now from the Mobile App Store.
Listen to the AudioBook: Macchiavellis Buch vom Fürsten by Niccolò Machiavelli
Buch vom Fürsten
Einleitung.
Niemals hat eine politische Schrift so gewaltiges Aufsehen erregt, und so viel gewirkt, als Macchiavellis hochberühmtes Buch vom Fürsten. Der Name des Verfassers ist durch die sogar in Staatsschriften als Kunstausdruck übliche Benennung des Macchiavellismus auch der großen Menge bekannt geworden, die das Buch selbst nicht gelesen hat. Aber unter den Großen und ihren Ministern haben sich Viele danach gebildet. Hier glaubten sie das, was sie in einzelnen schlimmen Augenblicken gethan, oder noch zu thun Lust hatten, durch zusammenhängende Grundsätze gerechtfertigt zu finden. Die es so benutzten, mögen oft ungehalten darüber geworden sein, daß Alles, was sie sich, aber auch nur sich selbst, und als Ausnahme von der Regel erlauben wollten, in allgemeinen Maximen öffentlich aufgestellt, und dadurch Verdacht gegen ihre Absichten erregt ward. Daher ist es am lautesten von denen angeklagt, die am meisten daraus gelernt hatten. Andere Leser sind durch den Widerspruch, in welchem dieser Inbegriff fürstlicher Weisheit mit der gewöhnlichen Moral steht, zu dem Zweifel veranlaßt worden, ob das Buch wol im Ernste geschrieben sei? Da sie die Bewunderung, welche der durchdringende Beobachtungsgeist und das treffende Urtheil des Verfassers Jedem abnöthigt, der politische Verhältnisse zu beurtheilen vermag, mit ihrem Widerwillen gegen die freche Immoralität, zu welcher seine Grundsätze führen, nicht zu vereinigen wußten, so haben sie geglaubt, Macchiavelli möge wol das vollständige Gemälde der Tyrannei und der Mittel zu ihr zu gelangen, in der Absicht entworfen haben, um den Tyrannen in der verabscheuungswürdigsten Gestalt darzustellen.
Mehrere italienische Schriftsteller haben diese Auslegung sehr früh gemacht, um dem Geschrei zu begegnen, das sich bald nach der öffentlichen Bekanntmachung des Werkes erhob. Die Vermuthung erhält einigen Anschein durch den Widerspruch, in welchem die Gesinnungen, welche in diesem Buche herrschen, mit andern Schriften des Verfassers zu stehen scheinen, und der um so auffallender ist, da das Buch vom Fürsten und die Betrachtungen über den Livius offenbar nicht in ganz verschiedenen Perioden seines Lebens geschrieben sind. Er bezieht sich in jeder derselben auf die andere, und hat sie also, wenigstens späterhin, zugleich wieder überarbeitet. Aber man kann dieser Erklärung durchaus keinen Beifall geben, sobald man das Buch selbst unbefangen liest. Es ist mit solchem Ernste geschrieben, mit solchem Nachdruck, und was noch mehr ist, es enthält auf jeder Seite so viel Wahrheit, daß man das Ganze unmöglich für Ironie halten kann. So treffende Lehren können nicht aus republikanischem Hasse gegen die Tyrannei gegeben sein, damit der Tyrann ins Verderben renne: diesen Zweck hätten sie sicherlich verfehlt! Wer den Verfasser aus der Geschichte kennen gelernt hat, wird auch nicht durch die Erklärung befriedigt, daß er hier die Naturgeschichte der Tyrannei gezeichnet habe, so wie er die Theorie der Republik in den Discursen über den Livius abhandelt. Macchiavelli war kein gleichgültiger Zuschauer und bloßer Beobachter der politischen Welt. In allen seinen Schriften herrscht ein praktischer Geist. Seine Discurse beweisen das lebhafteste Interesse an der Erhaltung und der Größe einer Republik. Sie sind ganz im Tone eines Mannes geschrieben, der selbst dazu mitwirken möchte, sie zu errichten oder zu befestigen. Eben so kräftige Rathschläge für den, der sich auf der errungenen Stelle eines Regenten erhalten will, eben so nachdrückliche Empfehlungen der wirksamsten Mittel, eben so lebhafte Verachtung des Zweckwidrigen, findet man in dem Buche vom Fürsten.
Die Auflösung dieses räthselhaften Widerspruchs ist in dem Zustande Italiens und in der Lebensgeschichte des Verfassers zu suchen.
1. Verschiedene Arten der Herrschaft
Alle Staaten, alle Herrschaften, welche über die Menschen Macht gehabt haben, sind entweder Republiken oder Fürstenthümer gewesen.
Die Fürstenthümer sind entweder erblich und gewöhnt an die Herrschaft eines Geschlechts, oder sie sind neu.
Die neuen sind entweder gänzlich neu, wie Mailand unter Sforza, oder sie sind wie angegliederte Glieder an einen bereits bestehenden Staat, den der Fürst erobert hat, wie das Königreich Neapel für den König von Spanien.
Diese eroberten Länder sind entweder an die Freiheit gewöhnt gewesen oder sie haben einen Fürsten gehabt.
Die eroberten Länder sind entweder von den Waffen des Fürsten selbst oder von fremden Waffen, oder durch Glück oder durch Verdienst erobert.
2. Von erblichen Fürstenthümern
Ich will die Republiken beiseite lassen und von den Fürstenthümern handeln. Von diesen meine ich, daß die erblichen, die lange in der Herrschaft eines Geschlechts geblieben sind, leichter zu erhalten sind als die neuen. Der Fürst muß nur die Einrichtungen seiner Vorfahren nicht vernachlässigen und sich dann nach der Zeit richten; wenn er dies thut, wird er sich leicht behaupten können, und wenn er nicht übermäßig in Ungnade fällt, wird er von Natur aus mehr geliebt werden, als wenn er nicht so erblich wäre. Wenn er von Natur aus nicht außerordentliche Fehler begeht, wird er immer geliebt werden.
You can download, read online, find more details of this full eBook Macchiavellis Buch vom Fürsten by Niccolò Machiavelli from
And convert it to the AudioBook with any voice you like in our AI Voice AudioBook app.
Loading QR code...