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AI Voice AudioBook: Kritik der reinen Vernunft by Immanuel Kant

AudioBook: Kritik der reinen Vernunft by Immanuel Kant

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Kritik der reinen Vernunft

von

Immanuel Kant

Professor in Königsberg, der Königl. Akademie der Wissenschaften in Berlin Mitglied

Zweite hin und wieder verbesserte Auflage (1787)

Einleitung

I. Von dem Unterschiede der reinen und empirischen Erkenntnis

Daß alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anhebe, daran ist gar nicht zu zweifeln. Denn womit sollte das Vermögen der Erkenntnis erweckt und in Übung gebracht werden, wenn nicht durch Gegenstände, die unsere Sinne rühren und teils von selbst vorstellen, teils eine Verrichtung unseres Verstandes in Gang bringen und herbeischaffen?

Aber obgleich alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anhebt, entspringt sie darum nicht eben alle aus der Erfahrung. Es möchte dies wohl sein, daß unsere Erfahrungserkenntnis ein Zusammengesetztes aus dem sei, was wir durch Eindrücke empfangen, und dem, was unser eigenes Erkenntnisvermögen (durch sinnliche Eindrücke bloß veranlaßt) aus sich selbst hergibt, welches letztere wir, ehe es noch zum Vorschein kommt, von der Rohmasse geschieden haben möchten.

Man nennt eine Erkenntnis Erkenntnis a priori, wenn sie von aller Erfahrung unabhängig ist, z.B. die Erkenntnis, die in gewissen sogenannten metaphysischen Urteilen enthalten ist. Man nennt sie Erkenntnis a posteriori, oder empirisch, wenn sie ihre Quelle in der Erfahrung hat.

Man kann die Möglichkeit einer Erkenntnis a priori auch anders bestimmen, nämlich als Erkenntnis, die gar nicht, nicht einmal unter irgend einer möglichen Erfahrung, abhängig ist, sondern von dieser ganz unabhängig ist. Man kann sie auch Erkenntnis a priori nennen.

Es gibt aber auch ein empirisches Bewußtsein, wo die allgemeine Gültigkeit, die doch notwendig sein soll, nur durch Induktion gewonnen wird. Das heißt, man sieht, daß es immer so ist, aber nicht, daß es so sein müsse.

Synthetische Urteile sind solche, bei denen das Prädikat etwas ganz Neues zu dem Subjekt hinzufügt. Analytische Urteile sind solche, bei denen das Prädikat im Subjekte schon enthalten ist.

In allen theoretischen Wissenschaften der Vernunft sind synthetische Urteile a priori als Prinzipien enthalten.

II. Wir sind im Besitze gewisser Erkenntnisse a priori, und selbst der gemeine Verstand ist niemals ohne solche

Die Frage ist nicht, ob wir Erkenntnis a priori haben, sondern ob sie synthetisch sei.

Daß wir Urteile haben, die apodiktisch notwendig sind (d.h. nicht bloß nach der Gewohnheit, sondern weil es so sein muß), und die dennoch synthetisch sind, ist leicht zu zeigen.

Beispiel: In der Mathematik. Das Urteil: „Der gerade Schnitt zwischen zwei Punkten ist der kürzeste Weg“, ist synthetisch. Das Prädikat „kürzeste“ ist nicht im Begriffe des „Geraden Schnittes“ enthalten.

III. Die Philosophie bedarf einer Wissenschaft, welche die Möglichkeit, die Prinzipien und den Umfang aller Erkenntnisse a priori bestimme

Da wir nun schon solche synthetische Erkenntnisse a priori besitzen, so fragt es sich, ob und wie solche möglich sind. Dies ist die Wissenschaft, die ich die Kritik der reinen Vernunft nenne.

IV. Von dem Unterschiede analytischer und synthetischer Urteile

Analytische Urteile sind notwendig und a priori. Sie zerlegen den Begriff nur in seine Bestandteile.

Synthetische Urteile erweitern unsere Erkenntnis. Wenn sie a posteriori sind, sind sie kontingent. Aber wenn sie a priori sind, müssen sie notwendig sein.

V. In allen theoretischen Wissenschaften der Vernunft sind synthetische Urteile a priori als Prinzipien enthalten

Die Metaphysik ist die Wissenschaft der synthetischen Urteile a priori. Die reine Naturwissenschaft und die reine Mathematik sind Beispiele dafür.

VI. Allgemeine Aufgabe der reinen Vernunft

Die reine Vernunft soll fragen: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich?

VII. Idee und Einteilung einer besonderen Wissenschaft, unter dem Namen einer Kritik der reinen Vernunft

Die Kritik der reinen Vernunft wird sich in zwei Teile teilen: Die Transzendentale Ästhetik und die Transzendentale Logik.

I. Transzendentale Elementarlehre

Erster Teil. Die transzendentale Ästhetik

1. Abschnitt. Von dem Raume

§ 2. Metaphysische Erörterung dieses Begriffs

Der Raum ist keine empirische Vorstellung, die von einer äußeren Erfahrung abgeleitet wird, sondern er ist die notwendige Vorstellung, die allen äußeren Erscheinungen zugrunde liegt. Er ist eine reine Anschauung.

§ 3. Transzendentale Erörterung des Begriffs vom Raume

Der Raum ist die Form unserer sinnlichen Anschauung. Er ist die Bedingung a priori der Möglichkeit äußerer Erscheinungen. Wir können uns keinen Gegenstand außerhalb des Raumes vorstellen, aber wir können uns den Raum ohne Gegenstände vorstellen. Daraus folgt, daß der Raum eine reine Form der Anschauung a priori ist.

2. Abschnitt. Von der Zeit

§ 4. Metaphysische Erörterung des Begriffs der Zeit

Die Zeit ist nicht etwas, das außer uns existiert, oder eine Eigenschaft von Dingen an sich. Sie ist die Form unseres inneren Sinnes, d.i. der Art und Weise, wie wir uns selbst und unsere inneren Zustände anschauen.

§ 5. Transzendentale Erörterung des Begriffs der Zeit

Die Zeit ist die reine Form aller Erscheinungen überhaupt, sowohl äußerer als innerer. Sie ist die Bedingung a priori aller empirischen Vorstellungen.

§ 6. Schlüsse aus diesen Begriffen

Raum und Zeit sind transzendentale Idealitäten, aber empirisch real. Sie sind apriorische Formen unserer Sinnlichkeit.

§ 7. Erläuterung

Die Möglichkeit der Geometrie beruht auf der Anschauung des Raumes als einer reinen Anschauung a priori. Die Möglichkeit der Arithmetik beruht auf der Zeitreihe.

§ 8. Allgemeine Anmerkungen zur transzendentalen Ästhetik

Die Ästhetik lehrt uns, daß alle unsere Erkenntnis der Gegenstände sich nach Raum und Zeit richten muss, weil diese die Bedingungen sind, unter denen uns Gegenstände überhaupt gegeben werden können.

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