Free eBook, AI Voice, AudioBook: Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft. by Immanuel Kant

AudioBook: Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft. by Immanuel Kant
0:00 / Unknown
Loading QR code...
You can listen full content of Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft. by Immanuel Kant in our app AI Voice AudioBook on iOS and Android. You can clone any voice, and make your own AudioBooks from eBooks or Websites. Download now from the Mobile App Store.
Listen to the AudioBook: Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft. by Immanuel Kant
Kritik der praktischen Vernunft
von
Immanuel Kant.
Vorrede.
Warum diese Kritik nicht eine Kritik der =reinen= praktischen, sondern der praktischen Vernunft überhaupt heißt, und wie sich diese zur Kritik der reinen Vernunft verhält.
Wenn man die Idee einer Kritik der reinen praktischen Vernunft in der Voraussetzung erwägt, daß diese die Bedingungen und Grenzen der Vernunft vortrage, insofern sie auf Gegenstände der Sinnlichkeit, d.i. der Erfahrung, gerichtet ist, so würde man vielleicht erwarten, sie müsse in jeder Absicht das Gegenstück der Kritik der reinen Vernunft sein, oder vielmehr, daß die Untersuchung der Gesetze des Verstandes, insofern sie auf die Erfahrung gehen, die Untersuchung der Gesetze der praktischen Vernunft, insofern sie auf die Freiheit gehen, einschließen müsse. Allein das Gesetz der Vernunft, als das Gesetz der Freiheit, geht gerade auf die Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung, nämlich die sinnliche Welt, nicht bloß als Gegenstand der Erkenntniß, sondern als Gegenstand der Bestimmung durch den freien Willen. Die analytische Untersuchung der praktischen Vernunft ist daher viel einfacher, weil sie nicht, wie die theoretische, eine Welt von Gegenständen untersuchen muß, deren Möglichkeit, Beschaffenheit und Begrenzung sie bestimmen soll, sondern bloß die Quelle der Prinzipien in sich selbst.
Der Wille wird als die Art der Thätigkeit der Vernunft betrachtet, die durch Begriffe, nicht durch sinnliche Triebfedern, bestimmt wird, d.i. als =praktische= Vernunft, deren Prinzipien Gesetze sind, weil sie, aus der reinen Vernunft entspringend, für alle vernünftigen Wesen gelten müssen. Da nun diese Gesetze nicht aus den Bedingungen der Erfahrung genommen sind, so heißen sie =a priori=.
Die Kritik der reinen Vernunft hat erwiesen, daß unsere theoretische Vernunft notwendig an Sinnlichkeit gebunden sei, und daß sie keine sichere Erkenntniß von Dingen an sich selbst ableiten könne, wenn sie nicht durch die Formen der Sinnlichkeit (Raum und Zeit) eingeschränkt würde. Wenn nun die praktische Vernunft Gesetze aufstellen soll, die von allen Bedingungen der Sinnlichkeit unabhängig sind, so muß sie ein Gesetz der Freiheit geben. Die Frage ist also, ob die Vernunft überhaupt Gesetze geben kann, die nicht empirisch sind, und ob ein solches Gesetz, wenn es existiert, notwendig als Gesetz erkannt werden muß.
Die Kritik der reinen Vernunft zeigte, daß alle unsere theoretische Erkenntniß an die Bedingungen der Erfahrung gebunden ist. Die praktische Vernunft aber muß sich mit Gegenständen beschäftigen, die außerhalb der Erfahrung liegen, nämlich mit dem Willen und seiner Freiheit. Daher muß eine Kritik der praktischen Vernunft untersuchen, ob die Vernunft fähig ist, den Willen unabhängig von allen sinnlichen Neigungen zu bestimmen. Der Name Kritik der praktischen Vernunft ist gewählt, weil er andeutet, daß die Vernunft selbst die Quelle ihrer Gesetze ist und nicht auf empirische Daten angewiesen ist.
Einleitung. Von der Idee einer Kritik der praktischen Vernunft
Daß es eine praktische Vernunft gebe, ist durch die bloße Reflexion über die Natur der Maximen unseres Wollens leicht einzusehen. Jede Handlung, die wir vollziehen, entspringt aus einem Objectiven Grunde der Bestimmung unseres Willens, d.i. aus einer Vorstellung eines Objekts, welches entweder als =angenehm= oder =schädlich=, oder im weiteren Sinne als =gut= oder =schlecht= für unseren Zustand beurtheilt wird. Das Gesetz, das der Wille befolgen soll, wenn er bloß durch die Vernunft bestimmt wird, ist das Gesetz der Freiheit.
Der Wille wird als die Fähigkeit betrachtet, nach den Gesetzen, die durch die Vernunft gegeben sind, zu handeln. Wenn dieser Wille unabhängig von sinnlichen Antrieben wirkt, spricht man von =rein praktischer Vernunft=. Die Untersuchung, welche die Bedingungen und Grenzen dieser reinen praktischen Vernunft erforscht, ist die Kritik der praktischen Vernunft. Die erste Kritik zeigte, daß die theoretische Vernunft, wenn sie ohne die Bedingungen der Sinnlichkeit geht, zu Widersprüchen führt. Die zweite Kritik muß nun zeigen, ob die praktische Vernunft ohne die Bedingungen der Erfahrung Gesetze geben kann, die für alle vernünftigen Wesen gültig sind.
Dies geschieht dadurch, daß man die Gesetze der Vernunft, die den Willen bestimmen, von den Bedingungen der Sinnlichkeit trennt. Wenn die Vernunft allein den Willen bestimmen könnte, so wäre das Gesetz, dem der Wille folgt, ein Gesetz der Freiheit, und somit ein Gesetz der reinen praktischen Vernunft. Die Aufgabe ist es, dieses Gesetz zu entdecken und seine Gültigkeit nachzuweisen.
ERSTER THEIL. ELEMENTARLEHRE DER REINEN PRAKTISCHEN VERNUNFT
ERSTES BUCH. DIE ANALYTIK DER REINEN PRAKTISCHEN VERNUNFT
Erstes Hauptstück. Von den Grundsätzen der reinen praktischen Vernunft
Die Grundsätze der praktischen Vernunft sind entweder Maximen oder Gesetze. Maximen sind subjektive Prinzipien des Wollens, die nur für den Willen des Subjekts gelten, das sie annimmt. Gesetze sind objektive Prinzipien des Wollens, d.i. solche, die für jeden vernünftigen Willen gelten, unabhängig von seinen subjektiven Neigungen.
Das einzige Prinzip der reinen praktischen Vernunft ist das formale Kriterium der Übereinstimmung der Maximen mit dem Gesetz. Dieses Kriterium ist der Grundsatz: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.
Dieser Grundsatz ist der Kategorische Imperativ, der reine, unverfälschte Ausdruck der Vernunft im Handeln. Er fordert die Gesetzmäßigkeit der Maxime selbst, nicht den Erfolg der Handlung.
I. Von der Deduction der Grundsätze der reinen praktischen Vernunft
Die Deduction der Kategorischen Imperative ist wesentlich einfacher als die der Kategorien der Verstandeserkennung. Während die theoretische Vernunft die Gültigkeit ihrer apriorischen Prinzipien durch die Konstituierung der Möglichkeit der Erfahrung nachweisen mußte, wird die Gültigkeit des Gesetzes der praktischen Vernunft durch die bloße Tatsache der Freiheit bewiesen, da die praktische Vernunft die Quelle des Gesetzes der Freiheit selbst ist. Wir erkennen das Gesetz der praktischen Vernunft, weil wir uns als frei denken müssen, um überhaupt moralisch handeln zu können. Die Freiheit ist die Bedingung der Möglichkeit der Moralität.
You can download, read online, find more details of this full eBook Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft. by Immanuel Kant from
And convert it to the AudioBook with any voice you like in our AI Voice AudioBook app.
Loading QR code...