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AI Voice AudioBook: Friedrich v. Bodelschwingh: Ein Lebensbild by Gustav von Bodelschwingh

AudioBook: Friedrich v. Bodelschwingh: Ein Lebensbild by Gustav von Bodelschwingh

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Friedrich v. Bodelschwingh

Ein Lebensbild von G. v. Bodelschwingh.

Durchgesehene Auflage.


I.

1831-1872.

I. Voreltern und Eltern

Friedrich von Bodelschwingh wurde am 19. Mai 1831 in Düsselthal geboren.

Düsselthal, das schöne, einsam gelegene, von den Niederungen des Rheins nur wenig erhöhte Tal, das etwa zehn Kilometer nördlich von Düsseldorf in die Gegend von Kaiserwerth hinauslag, lag damals noch etwas abseits der großen Verkehrsstraßen. Heute ist es verhältnismäßig leicht zugänglich durch die Eisenbahn, die Düsseldorf mit Duisburg verbindet und durch die Nähe der Stadt.

Die Eltern des künftigen Menschenwerkers, der später in Bethel so viel Leid lindern und so viel Freude stiften sollte, waren schon vor seiner Geburt durch ein tiefes, religiöses Leben und durch die Liebe zu den Armen und Leidenden ausgezeichnet.

Der Vater, Ernst von Bodelschwingh, ein Oberregierungsrat, war schon in seiner Jugendzeit dem Pietismus, der Erweckungsbewegung jener Jahre, sehr zugeneigt. Er war in der Familie und im Freundeskreis um seine fromme Lebensweise bekannt. Er war es auch, der 1822 mit seiner jungen Gattin die erste große Tat seines Lebens vollzog: Er gründete das Rettungshaus in Düsselthal.

Ernst von Bodelschwingh war ein Mann von ernstem, klaren Wesen und fester christlicher Überzeugung. Er hatte seinen größten Halt in dem persönlichen Glauben an Christus. Seine Frömmigkeit war nicht sentimental oder schwärmerisch, sondern kräftig und lebensbejahend. Er sah in seinem Besitz, in seiner Stellung, in seiner ganzen Kraft eine Gabe Gottes, die er im Dienste Gottes und des Nächsten einsetzen sollte. Seine Frau, die junge Mutter des kommenden Friedrich, war eine geborene Gräfin von der Schulenburg. Sie war eine zarte, liebliche Frau, die das ernste Wesen ihres Mannes durch ihre liebenswürdige Güte ergänzte. Als junge Gattin trat sie willig an die Seite ihres Mannes in die gottgeweihte Arbeit in Düsselthal.

Als Friedrich, das dritte von neun Kindern, das Licht der Welt erblickte, war Düsselthal schon seit neun Jahren ein blühender Hort der Liebe und Fürsorge. Die Gründung des Rettungshauses war dem Vater nicht leicht geworden. Er hatte seine Stelle im Staatsdienst aufgeben müssen, weil er die ihm zugewiesene Wohnung nicht mit den „Zöglingen“ des Hauses teilen wollte und auch in der Führung des Hauses nicht durch staatliche Vorschriften behindert werden durfte. Nach schweren Kämpfen hatte er sich entschlossen, auf seinem eigenen Landgut in Düsselthal ein Heim für verwahrloste Kinder zu gründen, ganz nach dem Vorbild der jungen Anstalt in Riehen bei Basel, die unter der Leitung von Johann Heinrich Denzler stand. Denzler, ein Mann von großem Glauben und Tatkraft, war auch für Bodelschwingh ein Vorbild geworden.

Die ersten Jahre Düsselthals waren Jahre des größten Opfers und des größten Vertrauens auf Gott. Die Mittel fehlten, die Sorgen waren groß, aber der Glaube an Gottes Hilfe war noch größer. Im Kreise der eigenen Familie, die mit zwei älteren Brüdern und einer Schwester bereits vorhanden war, wuchs der junge Friedrich auf. Düsselthal war in seiner Umgebung bekannt als ein Ort, wo ein frommer Herr mit seiner Familie auf eigene Kosten ein Haus für vernachlässigte Knaben eingerichtet hatte. Hier herrschte harte Arbeit, aber auch treue christliche Erziehung.

Die Kinder lernten von früh auf, was es heißt, in Einfachheit und Gottesfurcht zu leben. Mit den verwaisten und verwahrlosten Knaben teilten sie Tisch und Spiel. Der Tageslauf war streng geregelt. Morgens wurde im Kreise der Familie gebetet und die Bibel gelesen, dann kam der Unterricht, gefolgt von der körperlichen Arbeit auf dem Feld oder in der Werkstatt.

Die Gottesdienste, die der Vater selbst hielt, waren von schlichter Ernsthaftigkeit und tiefem Ernst geprägt. Sie waren kein bloßes Ritual, sondern ein tief empfundenes gemeinsames Bekenntnis des Glaubens an das erlösende Blut Christi.

Als Friedrich fünf Jahre alt war, kam eine tiefe Trauer in das Haus der Bodelschwinghs. Im Jahre 1836 starb die Mutter. Die Kinder verloren ihre liebevolle Mutter in einer Zeit, in der sie ihr im tiefsten Sinne bedurften. Der Vater verarbeitete seinen Schmerz in noch größerer Hingabe an die Arbeit. Er heiratete bald wieder eine treue Seele, die ihm die Stelle der Mutter ersetzen sollte, eine Tante seiner Kinder, Luise von Bodelschwingh, die ebenfalls aus der Familie stammte.

Die neue Mutter war eine Frau von frohem Gemüt und starker Natur. Sie übernahm mit Liebe und Umsicht die große Familie und die Verantwortung für das Rettungshaus. Der junge Friedrich wuchs in diesen Jahren des Umbruchs und der Neuordnung auf. Er war ein stilles, ernstes Kind, das die Strenge des Lebens und die Tiefe des Glaubens seiner Umgebung frühzeitig aufnahm.

Einen großen Eindruck machte auf ihn die Anwesenheit des alten Johann Hinrich Denzler, der nach dem Verkauf seiner Anstalt in Riehen für einige Zeit in Düsselthal wohnte. Denzler war ihm ein lebendiges Zeugnis christlicher Lebensführung.

II. Die Jugendzeit

a) Coblenz

Als Friedrich zwölf Jahre alt war, wechselte sein Vater 1843 als Oberpräsident nach Coblenz. Der Umzug brachte eine große Veränderung in das Leben der Familie. Düsselthal wurde aufgegeben, und die Kinder, die an das einfache, ländliche Leben gewöhnt waren, kamen in die belebtere Atmosphäre der Stadt.

Friedrich besuchte hier das Gymnasium. Die Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel bot ihm eine andere Umgebung als das abgeschlossene Tal von Düsselthal. Die Schulzeit war für ihn nicht nur mit Lernen, sondern auch mit neuen Eindrücken verbunden. Coblenz, als Garnisonsstadt, zeigte ihm das militärische Leben in seiner Nähe.

Der Vater, der als hoher Beamter im preußischen Staatsdienst stand, führte in Coblenz ein repräsentatives Haus. Die Stellung war anspruchsvoll, aber der Vater vergaß nicht sein tiefes religiöses Bekenntnis. Er pflegte weiterhin den Kontakt zu den Erweckungs- und Gemeinschaftskreisen. In Coblenz fand er auch seinen Freund und Weggefährten von Düsselthal, den späteren Generalsuperintendenten Julius Petrem.

Die Zeit in Coblenz war für Friedrich eine Periode des Heranwachsens, in der er zwar die Vorteile des städtischen Lebens und der besseren Bildung genoss, aber auch die Distanz zu der ursprünglichen Heimat und dem dortigen religiösen Kreis spürte. Er lernte, sich in einer gesellschaftlich höheren Schicht zu bewegen, was ihm später als späteren Leiter großer Anstalten zugutekam. Die ersten Grundlagen seines Charakters, die Ernsthaftigkeit, die Ordnungsliebe und das tiefe Verantwortungsgefühl, wurden in diesen Jahren gefestigt.

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