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AI Voice AudioBook: Die Sitten der Völker, Zweiter Band by Unknown

AudioBook: Die Sitten der Völker, Zweiter Band by Unknown

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Die Sitten der Völker

Liebe · Ehe · Heirat · Geburt · Religion · Aberglaube · Lebensgewohnheiten · Kultureigentümlichkeiten · Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde

Bearbeitet auf Grund der Beiträge hervorragender Fachgelehrter

von

Dr· Georg Buschan·

Zweiter Band

Mit 522 Abbildungen im Text, 13 farbigen Kunstbeilagen und 12 Kunstblättern in Doppeltondruck

Stuttgart, Berlin, Leipzig * Union Deutsche Verlagsgesellschaft

Nachdruck verboten

Alle Rechte vorbehalten

Inhaltsübersicht

Asien (Fortsetzung) 1

Korea 1

Japan 8

Formosa 54

Ceylon 61

Vorderindien 86

Nordindien 140

Die Wildstämme im Norden und Osten Vorderindiens 177

Assam 207

Zentralasien 217

Nordasien 246

Iran 265

Vorderasien 301

Afrika 331

Südafrika 332

Madagaskar 357

Ostafrika 378

Nordostafrika 415

Ägypten 435

Nordafrika 450

(Schluß von Afrika folgt in Band III)

Verzeichnis der Kunstbeilagen

Eine mohammedanische Braut

Fächertanz in Nikko

Strohpuppentanz in Japan

Das „Gion“-Fest in Kyoto

Singhalesische Teufelstänzer

Das Periyapalayamfest (Ceylon)

Fakire in einem indischen Tempel über ein Brett mit aufrechtstehenden Nägeln schreitend

Indische Bajadere im Tempel tanzend

Hochzeitswagen der Hindu

Gebetmühle in einem buddhistischen Tempel in Tibet

Samojedenfamilie in Winterkleidung

Mohurrumfest in Persien

KOREA

Die koreanische Bevölkerung, die sich auf der Halbinsel Korea und den vorgelagerten Inseln ansiedelt, umfaßt ungefähr 15 Millionen Seelen, deren Zahl infolge der hohen Geburtenzahl schnell zunimmt. Die Kultur dieser Bevölkerung weist eine recht deutliche Mischung von chinesischen und japanischen Elementen auf, während die ursprüngliche Kultur der Koreaner selbst in vielen Lebensäußerungen noch immer hervortritt. Man kann mit Recht sagen, daß Korea ein Land ist, in dem die Sitten und Gebräuche seiner Bewohner große Ähnlichkeit mit denen Chinas zeigen, jedoch durch eine eigene nationale Färbung modifiziert sind. Das koreanische Volk nennt sich selbst Chösen Saram, das heißt „Koreaner“. Die älteren Bezeichnungen „Joseon“ oder „Chösen“ sind ebenfalls gebräuchlich.

Die koreanische Sprache, eine agglutinierende, isolierende Sprache, die mit den japanischen Sprachen näher verwandt ist als mit den chinesischen, wird in einem eigenen Alphabet, dem Hangeul, geschrieben, das im Jahre 1446 von dem König Sejong dem Großen geschaffen wurde. Dieses Alphabet besteht aus 24 Grundzeichen, deren Anordnung der chinesischen Schriftsprache nicht entlehnt ist, sondern sich auf lautphysiologische Prinzipien stützt.

In Korea herrscht die patriarchalische Familie vor. Die Familie gliedert sich in das Haus und die Sippe, die sich aus den männlichen Nachkommen des Stammvaters zusammensetzt. Die Sippenorganisation war früher sehr stark und hatte großen Einfluß auf das Leben des Einzelnen, besonders auf die Heiratsverhältnisse, denn die Eheschließung mit einer Frau aus derselben Sippe war streng verboten.

Der Familienname wird vom Vater an die Söhne vererbt. Der Frau bleibt ihr Geburtsname. Eine Besonderheit ist, daß die Frau ihren Geburtsnamen oft behält, aber zu diesem Namen noch den Namen ihres Mannes hinzufügt, oft in der Form „Frau des Namens“ (z. B. „Frau des Kim“).

Die koreanische Hausfrau ist durch einen sehr strengen Kodex von Sitten und Gebräuchen an die häuslichen Pflichten gebunden. Sie darf sich, besonders wenn sie in einer wohlhabenderen Familie lebt, nur selten und nur in Begleitung anderer Frauen aus dem Haus entfernen. Der Mann hingegen hat im gesellschaftlichen Leben das Übergewicht. Die Frauen leben oft sehr zurückgezogen und sind in den Innenräumen des Hauses, dem sogenannten Anbang (Frauengemach), beschäftigt.

Die Stellung der Frau hat sich in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu früher etwas gehoben, doch im allgemeinen ist sie noch immer stark der Autorität des Mannes unterworfen, besonders der des Schwiegervaters. Im Gegensatz zu China steht die Frau in Korea nicht unter der direkten Autorität des Ehemannes, sondern unter der des Patriarchen der Familie, d. h. des ältesten lebenden Mannes.

Die Heirat ist in Korea von großer Bedeutung, da sie die Fortführung der Ahnenverehrung und damit die soziale Stellung der Familie sichert. Die Ehe wird arrangiert, und zwar geschieht dies meistens durch eine professionelle Heiratsvermittlerin, die Jungmae. Diese Dame begibt sich in die Häuser der in Frage kommenden Familien und schlägt einen Ehepartner vor, nachdem sie die genealogischen Papiere beider Familien, die Sarok, sorgfältig geprüft hat. Diese Sarok enthalten Angaben über die Geburt, den Tod und die Abstammung der Vorfahren und sind für die Beurteilung der Eignung des Partners von größter Wichtigkeit.

Wenn der Vorschlag angenommen wird, dann folgen die formellen Zeremonien. Zuerst wird ein Brief des Bräutigams an die Familie der Braut geschickt, der die Bestätigung der Übereinkunft enthält. Dann werden Geschenke ausgetauscht, darunter oft Seide und Schmuckstücke. Die eigentliche Hochzeitszeremonie findet meistens beim Bräutigam statt, doch gibt es auch Ausnahmen.

Die Hochzeit selbst ist ein großes Fest. Die Braut wird in prächtigen Gewändern, oft in einem reich verzierten Sänftchen, zum Hause des Bräutigams gebracht. Sie trägt einen aufwendigen Kopfschmuck und ihr Gesicht ist mit einem Schleier verhüllt, damit der Bräutigam sie erst am Abend der Hochzeitsnacht zu Gesicht bekommt. Dies ist ein sehr alter koreanischer Brauch.

Nach der Ankunft im Haus des Bräutigams wird das Paar vor den Altar geführt, wo es gemeinsam einem Schrein für die Ahnen und den Göttern Rauchopfer darbringt. Daraufhin trinkt das Paar aus zwei Tassen Wein, um ihre Verbindung symbolisch zu besiegeln. Die Gäste feiern oft tagelang.

Die Ehe ist monogam, aber die Scheidung ist unter bestimmten Umständen möglich, wenn auch nicht sehr häufig. Die Gründe für eine Scheidung können Unfruchtbarkeit der Frau, schwere Krankheit, Ehebruch oder Ungehorsam gegenüber den Schwiegereltern sein. Die Verantwortung für die Scheidung liegt meist beim Mann, der die Initiative ergreift. Scheidungen sind jedoch wegen der damit verbundenen sozialen Schande für beide Familien selten.

Die Kindererziehung ist streng. Besonders Söhne werden auf ihre zukünftigen Pflichten als Familienoberhaupt vorbereitet. Die Mädchen werden frühzeitig in die weiblichen Künste eingeführt. Der Respekt vor den Älteren ist ein Grundpfeiler der koreanischen Erziehung und Gesellschaftsordnung.

Der Tod und die Bestattungsriten sind tief im Ahnenkult verwurzelt. Nach dem Tod eines Familienmitgliedes wird ein großes Begräbnis abgehalten, das oft mehrere Tage dauert. Die Söhne und männlichen Verwandten tragen Trauerkleidung, die durch die Dauer der Trauerzeit unterschieden wird. Die Gräber werden meistens an einem Ort mit guter Feng Shui-Lage errichtet, um den Nachkommen Glück zu bringen. Die Ahnenverehrung ist ein täglicher Akt und findet in speziellen Schreinen im Haus statt.

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