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AI Voice AudioBook: Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich by Albert Heintze

AudioBook: Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich by Albert Heintze

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Die deutschen Familiennamen

geschichtlich, geographisch, sprachlich.

Von

Prof. Albert Heintze,

Verfasser von „Gut Deutsch“.

Zweite verbesserte und sehr vermehrte Auflage.

Halle a. S.

Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses.

Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort

zur ersten Auflage.

Nachdem in den letzten Jahrzehnten eine ganze Literatur über die deutschen Eigennamen erblüht ist, habe ich den Versuch gemacht, die wesentlichsten Ergebnisse der bisherigen Forschungen, soweit sie die Familiennamen betreffen, einem größern Kreise, dem der Gebildeten überhaupt, in möglichst übersichtlicher und handlicher Form darzulegen. Demgemäß schildert der erste Teil dieses Buches zusammenhängend die deutschen Familiennamen nach ihrer Entwickelung und ihren Klassen, während der zweite Teil eine lexikalische Zusammenstellung der wichtigsten Bildungselemente (und Namen) enthält.

Die Grundlage dieser Darstellung bilden zunächst die einschlagenden Werke von Förstemann, Pott, Abel, Stark, Andresen, denen sich für die Namen der zweiten und dritten Schicht der freilich oft unkritische Vilmar anreiht. Wenig Ausbeute lieferten im allgemeinen die Namenbücher, welche den Wohnungsanzeiger irgend einer Hauptstadt, meist in ziemlich oberflächlicher Art, behandeln. Als entschieden wertvoller erwiesen sich dagegen einige Arbeiten in Jahresberichten höherer Schulen.

Besondere Aufmerksamkeit habe ich auf ein bisher weniger berücksichtigtes Gebiet, nämlich auf die geographische Verteilung der Familiennamen verwendet. Das bezügliche Material lieferten hauptsächlich, während der letzten Kriege (von 1866, 1870-71), die Verlustlisten der preußischen und deutschen Heere, aus welchen ich viele tausende von Namen zu diesem Behufe mit Vorsicht ausgezogen und geordnet habe.

Auf einem so schwierigen Gebiete, wie die Behandlung und Erklärung der Eigennamen ist, kann nur durch vereinte Kräfte vieler größere Sicherheit gewonnen werden. Daher gestatte ich mir an alle, welche sich für diesen Zweig unserer Sprache und Kultur interessieren, die Bitte, mich brieflich durch Beiträge, insbesondere durch Berichtigung etwaiger Fehler, die sich in meiner Arbeit finden, freundlichst zu unterstützen.

Und so möge denn dieses Buch, auf welches ich im Lauf der Jahre so manche Stunde verwendet habe, zum bessern Verständnis unserer Familiennamen und damit auch zur Belebung echt deutschen Sinnes an seinem bescheide

Erstes Kapitel.

Die Familie und der Name.

Die deutschen Familiennamen sind, wie die Namen aller Völker, aus Rufnamen hervorgegangen. Obgleich sie in ihrer heutigen Gestalt meist nicht vor dem zwölften Jahrhundert nachzuweisen sind, so war doch die Einrichtung des ständigen Namens für die ganze Sippe schon lange vorher bekannt. Man hat mit Recht darauf hingewiesen, daß schon die alten germanischen Stämme, mit denen die Römer zuerst in Berührung kamen, einen Namen für die ganze Sippe, eine Art von Geschlechtsnamen, besaßen, der sich von dem des Geschlechtsoberhauptes ableitete.

Die Überlieferung hierüber ist jedoch leider sehr lückenhaft und läßt uns im Dunkeln darüber, wie sich diese alten Geschlechtsnamen im einzelnen gebildet haben mögen. Die römischen Quellen sind in dieser Beziehung sehr ungenau und oft irreführend. Erst mit der Christianisierung und der damit verbundenen Einführung lateinischer Formen für die Taufnamen gewinnt unser Namenswesen wieder an Klarheit.

Die ältesten festen Familiennamen im europäischen Abendlande sind die der polnischen und böhmischen Adelsgeschlechter, die sich nach den Wohnsitzen oder nach eroberten Ortschaften benannten. Dann folgen die französischen Namen, die sich meist von den Herkunftsorten ableiteten. Von den deutschen Stämmen sind die Franken die ersten, die uns einen Anhaltspunkt über die Gestaltung ihrer Familiennamen geben. Von ihnen wird erzählt, daß sie ihre Familiennamen nach den eroberten Ortschaften wählten. Dann erst folgen die altdeutschen Namen, die sich von den Vornamen der Geschlechtsoberhäupter ableiteten.

Der Übergang vom Rufnamen zum Familiennamen vollzog sich nicht auf einmal, sondern allmählich. Überall waren es zunächst die Ehrenmänner, die sich von ihren Stammvätern abhoben und einen festen Beinamen erhielten, der sich von Generation zu Generation fortsetzte. In den Städten geschah dies zunächst bei den Patriziern, in den adligen Familien dann bei den Geschlechtern, deren Mitglieder sich durch ihre Taten hervorgetan hatten. Auf dem Lande war dieser Vorgang langsamer und erst später bemerkbar.

Die Notwendigkeit eines festen Familiennamens ergab sich aus dem Anwachsen der Bevölkerung und der damit verbundenen Verwechslungsgefahr. In einer kleinen Dorfgemeinschaft reichte der Rufname oft aus, um eine Person eindeutig zu bezeichnen. In größeren Ansiedlungen oder wenn mehrere Personen denselben Rufnamen trugen, wurde eine zusätzliche Bezeichnung notwendig. Die ersten Familiennamen waren daher meist Bezeichnungen, die einen Unterschied zu anderen Personen mit demselben Rufnamen markierten.

Diese Unterscheidungen konnten vielfältiger Art sein und sich nach verschiedenen Merkmalen richten. So entstanden die verschiedenen Kategorien von Familiennamen, die wir heute noch erkennen. Der erste und wichtigste Schritt in der Namensbildung war die Ableitung vom Vornamen des Stammvaters. Der Rufname des Vaters wurde zum Beinamen der Kinder und wurde so zum Familiennamen.

Dies ist die älteste und häufigste Art der Namensbildung. In Deutschland sind die altdeutschen Rufnamen die Grundlage für die große Masse der Familiennamen. Diese Namen waren oft zusammengesetzt aus zwei oder mehr germanischen Stämmen, die eine bestimmte Bedeutung trugen. Beispielsweise bedeuteten Namen wie Adalbert (edel-berühmt), Heinrich (Heim-Herrscher) oder Friedrich (Fried-Reich) etwas Konkretes. Wenn der Name des Vaters zur Grundlage des Familiennamens wurde, so erhielt er oft eine Endung, die ihn als väterlichen Namen kennzeichnete, oder es wurde einfach der Name selbst übernommen.

Manchmal wurde der Familienname durch einen Zusatz gekennzeichnet, der auf die Abstammung hinwies. So entstanden die Patronymika, die in vielen Sprachen verbreitet sind. Im Deutschen äußerten sich diese oft in Zusätzen wie „Sohn des ...“ oder durch spezifische Endungen. Die ältesten Formen von Familiennamen im deutschen Sprachgebiet sind jedoch oft einfacher gehalten und leiten sich direkt vom Rufnamen ab, oft durch Hinzufügung eines Diminutivs oder einer anderen Abwandlung.

Die Entwicklung hin zu festen Familiennamen war ein langer Prozess, der sich über mehrere Jahrhunderte erstreckte und stark von sozialen, politischen und geografischen Gegebenheiten beeinflusst wurde. Die Städte spielten eine treibende Rolle, da dort die Notwendigkeit der Unterscheidung am größten war. Im Gegensatz dazu hielten sich in ländlichen Gegenden, wo die Bevölkerungsdichte geringer war, die reinen Rufnamen länger.

Die verschiedenen Bildungswege der Familiennamen lassen sich grob in einige Hauptgruppen einteilen, die die primären Unterscheidungsmerkmale abbilden: Ableitung von Rufnamen (Vatersnamen), Berufsbezeichnungen, Herkunftsangaben (Ortsnamen) und schließlich körperliche oder charakterliche Merkmale (Eigenschaften). Jeder dieser Wege spiegelt einen wichtigen Aspekt der mittelalterlichen Gesellschaft wider, in der diese Namen entstanden.

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